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Audi schult über 6.500 Mitarbeiter mit neuem Learning Ansatz in der Brandbekämpfung

Wie der Automobilkonzern Audi AG über ein E-Learning auf Basis des Storytelling über 6.500 Werkmitarbeiter in den Grundlagen des Feuerschutzes und der CO2-Brandbekämpfung schulte.

Der Kunde

Die Audi Akademie GmbH ist eine Tochtergesellschaft der AUDI AG. Gegründet wurde sie im Jahr 1993 und beschäftigt heute rund 275 Mitarbeiter. Das Spektrum reicht von der technischen Qualifizierung über Projektmanagement und IT bis hin zu Führungskräfte- und Persönlichkeitstrainings.

Die Herausforderung

Was tun, wenn Rauch aus der Teeküche kommt? Wo sind die Notrufmelder? Wie sollte das Gespräch mit der Sicherheitszentrale ablaufen? Und wohin führen die Fluchtwege? All das sind Fragen, über die laut Berufsgenossenschaft (BG) mindestens jeder zehnte Mitarbeiter Bescheid wissen muss. Bei der AUDI AG müssen 3600 Mitarbeiter die Grundlagenschulung durchlaufen, weitere 3000 den CO2-Brandschutz absolvieren.

Das Projekt

Die Audi Akademie hat für die AUDI AG eine Lernlösung entwickelt, die nicht auf Faktenwissen basiert, sondern auf erlebbaren, interaktiven Simulationen. Die Lernsoftware beinhaltet Texte, Fotos, Grafiken, Simulationen, Animationen sowie Übungsaufgaben, Tests und andere interaktive Elemente. Die realitätsgetreue Darstellung von Gefahrensituationen sensibilisieren die Mitarbeiter mehr als textbasierte Lerninhalte. Die Umsetzung erfolgte mit der tt knowledge force.

Die Lerneinheiten sind nicht abstrakt, sondern bilden realistische Situationen ab und erzählen eine Geschichte. Wichtig dabei sind Sensibilisierung und Handlungsempfehlungen für die Mitarbeiter.

 

Carsten Freundl, Berater Lerndesign bei der Audi Akademie GmbH

Die Umsetzung

Gemeinsam mit den Kollegen der Werksicherheit besprach die Audi Akademie die Szenarien, die in den Lernmodulen dargestellt werden sollten. Carsten Freundl, Berater Lerndesign bei der Audi Akademie GmbH, stellte gemeinsam mit Roland Mueller, Brand- und Werkschutzleiter bei der AUDI AG, ein Team aus drei Konzeptern, drei Programmierern, einem Fotografen und Video-Experten sowie zahlreichen Schauspielern zusammen.

Nach einer Grobgliederung nach Themen und Lernzielen erfolgte ein Feinkonzept mit den konkreten Geschichten, den Dialogen bis hin zur Definition der Kleidung und der grafischen Darstellung. Im August 2010 startete die Audi Akademie das Projekt. Gut ein Jahr später lagen die ersten drei Module vor: Grundlagen Brandschutz, Umgang mit CO2-Löschanlagen und Arbeiten mit offener Feuererscheinung.

Letzteres betrifft alle Mitarbeiter und Dienstleister, die mit Schweißgeräten oder offenem Feuer arbeiten. Zurzeit wird das vierte Modul umgesetzt: der richtige Umgang mit Feuerlöschern. In Planung ist ein weiteres Modul zum korrekten Verhalten bei einem Störfall in einem nahegelegenen chemischen Betrieb.

Um eine Überfrachtung mit Inhalten zu vermeiden, hat sich die Audi Akademie auf maximal fünf bis sechs Hauptinformationen pro Einheit von fünf bis zehn Minuten beschränkt. Da interaktive Elemente das Lerninteresse steigern, gibt es Übungsaufgaben, bei denen die Lernenden mit der Maus einen Fluchtweg selbst planen müssen. Zum didaktischen Konzept gehören auch Zwischentests, die allerdings nur der Selbstreflexion dienen.

Die Audi Akademie führt auch Lernerfolgskontrollen durch: Wenn jemand 80 Prozent des Lernprogramms absolviert hat, gilt das Modul als bestanden. Die User müssen jede Seite besuchen und können im Lernprogramm erst weiterklicken, wenn sie bestimmte Elemente und Inhalte geöffnet haben.

Sobald ein Mitarbeiter einen Kurs erfolgreich abgeschlossen hat, erscheint auf der Lernplattform ein grünes Häkchen hinter dem entsprechenden Modul. Der Zugriff auf die Lernmodule ist nur über AUDI-Endgeräte möglich: also PCs und Notebooks. Obwohl Mobile Learning intensiv diskutiert wird, wäre es zurzeit noch zu aufwändig, die Module auch auf Smartphones zur Verfügung zu stellen.

Die AUDI AG hat das Comenius EduMedia Siegel erhalten. Mit dem Comenius Award kürt die Gesellschaft für Pädagogik und Information (GPI) jedes Jahr herausragende Leistungen bei IT-basierten Bildungsmedien. In der Rubrik DMP (Didaktische Multimediaprodukte) hat das Lernmodul „Grundlagen des Brandschutzes“ in der Rubrik „Berufliche Aus- und Weiterbildung/Erwachsenenbildung“ eine Auszeichnung für die hohe didaktische und mediale Qualität erhalten.

Weitere Informationen unter: www.comenius-award.de

Die Vorteile

Heute ist dank E-Learning bereits im Juli das Jahressoll an Brandschutz-Schulungen erfüllt. Das betrifft die 6.000 bis 7.000 Mitarbeiter, die eine Fortbildung in den beiden wichtigsten Themen (Grundausbildung und Umgang mit CO2-Löschanlagen) absolvieren.

Die Anfangsinvestitionen waren zwar recht hoch (CO2-Flutung zu Demonstrationszwecken, Schauspieler, etc.), allerdings relativieren sich die Kosten sehr schnell vor dem Hintergrund, dass das Material langfristig verwendbar ist und für eine unbegrenzte Mitarbeiterzahl zur Verfügung steht. Durch den Wegfall der Präsenztrainings hat sich für die AUDI AG die Investition in professionelle Videos und Lernsoftware bereits amortisiert.