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SICK:Virtual Reality- die Zukunft des Lernens?

SICK baut neue Lernwelt auf und sammelt erste Erfahrungen mit der VR-Brille

Ab heute mit Dienstbrille: Die SICK AG wird bald ein neues Campusgebäude für ihre Schulungen beziehen und nutzt schon lange vorher eine zusammen mit tts entwickelte VR-Anwendung, um die Mitarbeiter auf eine aktivere Form des Lernens einzustimmen und aufregende Ideen für eine neue Lernwelt vorzustellen. Die Simulation einer Vision – dafür eignet sich die Virtual Reality optimal.

Bei einem Portfolio von über 40.000 Sensorikprodukten für die Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation gibt es bei der SICK AG einen beachtlichen Schulungsbedarf für die weltweit über 8.000 Mitarbeiter plus zahlreichen Partner und Kunden. Vor zweieinhalb Jahren wurde das SICK Qualifizierungsangebot in der Sensor Intelligence Academy (SIA) gebündelt.

Erster Baustein der SIA war die Einführung eines Lernmanagementsystems, über das die Mitarbeiter alle Trainings buchen können – die Anbindung der Kunden ist noch im Rollout. Mit dem geplanten Bau eines neuen Campusgebäudes Ende 2018 war nun die Chance gegeben, auch eine konzeptionell neue „SICK-Lernwelt der Zukunft“ ins Leben zu rufen. „Die Rolle des Lernenden verändert sich, und zwar hin zu mehr Aktivität und Kreativität, und wir schaffen die passenden Lernbedingungen dazu“, erklärt Isabella Löffler, Teamlead Learning Media bei der SIA.

Heute in die Welt von morgen schauen

Industrie 4.0 wird eines der Leitthemen der SIA werden. Ein erstes WBT zum Thema wurde gemeinsam mit der tts erstellt. In einem zweiten Schritt hat man sich mehr vorgenommen: „Ein Virtual-Reality-Modul zur Vorstellung unserer SIA-Angebote und der neuen Lernwelt soll den neuen Anspruch untermauern.“ Die künstlich erzeugten 3D-Welten überzeugen durch realistische Anmutungen und geben dem Anwender das Gefühl, er wäre in einer anderen Welt. Der Intellekt weiß es besser, aber es fühlt sich so an. Mit diesem Gefühl der Präsenz lassen sich etliche Lerninhalte einfach nachhaltiger vermitteln. Für die Erstellung von Corporate-Learning-Kontext sind, den Erfahrungen von tts zufolge, zwei Formen besonders geeignet: das 360-Grad-Fotopanorama und das Real-Time Rendering.

360-Grad-Fotopanorama einfach inhouse produzieren

Ein echtes Foto von einer echten Anlage ist die Basis des Fotopanoramas, mit dem SICK sich zuerst ausprobierte. Aufgenommen mit einer eigens angeschafften 360-Grad-Kamera und erweitert um sogenannte Hotspots, also Zusatzinformationen– das war die erste VR-Anwendung, die für den Produkttrainingsbereich erstellt wurde. „Das kann man ganz gut inhouse produzieren“, konstatiert Löffler. „Die Hotspots zeigen sehr schön, wie die verschiedenen Sensoren auf der Anlage zusammenspielen."

Durch seinen dynamisch-bewegten Charakter bietet ein Real-Time Rendering ein noch eindringlicheres Erleben. Die computergenerierte Welt ist besonders gut für Szenerien geeignet, die man nicht abfotografieren kann oder die noch gar nicht existieren. Die interaktiv-explorativen Möglichkeiten scheinen schier unbegrenzt und der Lerner nimmt, wie von SIA beabsichtigt, eine aktivere und selbst entdeckende Rolle ein.

Bei Kunden und Mitarbeitern Neugierde wecken und Begeisterung hervorrufen, das waren die Beweggründe, wieso SIA sich bei der Vision seiner „SICK-Lernwelt der Zukunft“ für ein Real-Time Rendering entschied. Mithilfe von realen Architekturzeichnungen für das geplante „echte“ Gebäude und den bereits entwickelten Ideen für die möglichen neuen Angebote erarbeiteten SIA und tts gemeinsam ein Konzept.

Vom Mockup (digitales Modell) und dem Feinkonzept über die Vertonung und 3D-Modellierung bis hin zur App-Erstellung.

Virtuell und täuschend echt

Das Ergebnis ist eine mitreißende Anwendung, bei der der Lernende in einem virtuellen Kinosaal beginnt und ein Video auf der Leinwand starten oder auch direkt in den Trainingsraum springen kann. Hier befindet sich der Anwender zunächst in einem konventionellen Trainingsraum. Dort kann er sich mithilfe verschiedener Hotspots von Station zu Station bewegen und so diesen Raum Schritt für Schritt in eine Lernwelt der Zukunft transformieren: Ein Teil des Raums verändert sich, es erscheint ein neues Modell, das eine Lernform der Zukunft visualisiert, und auf der Tonspur erhält er eine Erläuterung, wie dieses Angebot im neuen SIA Campusgebäude ausgestaltet sein wird.

Lessons Learned

140 Produktmanager durften die Betaversion testen – und waren begeistert. Zu den gewonnenen Erkenntnissen zählte unter anderem auch der kaum zu bändigende Entdeckerdrang der Nutzer, die von Neugierde und Wissensfreude getrieben die Sprechertexte nicht zu Ende hörten, sondern gleich zum nächsten Hotspot sprangen. Gegen das seltene, aber doch mögliche Schwindelphänomen (VR sickness) hat tts bereits dem entgegenwirkende Maßnahmen eingebaut. Ein Bluetooth-Joystick für Smartphones fördert jetzt außerdem den weiteren Körpereinsatz des Nutzers. Wie ist das Resümee? „Das VR-Modul ist einfach perfekt, um mit den Mitarbeitern kreativ in die Diskussion zu kommen“, stellt E-Learning-Expertin Isabella Löffler zufrieden fest.